Mezzanine-Kapital

Auch: Mezzanine-Finanzierung · Mezzanine-Darlehen

Mezzanine-Kapital ist eine Finanzierungsform, die wirtschaftlich zwischen klassischem Eigenkapital und Fremdkapital (Bankdarlehen) angesiedelt ist. Es wird meist nachrangig gegenüber vorrangigen Bankdarlehen zur Verfügung gestellt, ist im Gegenzug höher verzinst und schließt Finanzierungslücken, insbesondere bei größeren Immobilienprojekten und Bauträgervorhaben.

Ausführliche Erklärung

Mezzanine-Kapital spielt vor allem bei Projektentwicklungen, Bauträgerfinanzierungen und gewerblichen Immobilieninvestitionen eine Rolle – für Makler im klassischen Wohnimmobiliengeschäft mit Privatkunden ist es weniger relevant, aber im Neubau- und Bauträgerumfeld ein wichtiger Fachbegriff, den Makler kennen sollten, um Finanzierungsstrukturen von Projektentwicklern einordnen zu können.

Charakteristika von Mezzanine-Kapital:

  • Rangstellung: Es steht im Rang zwischen dem vorrangig besicherten Bankdarlehen (das im Insolvenzfall zuerst bedient wird) und dem haftenden Eigenkapital der Gesellschafter. Bei Zahlungsschwierigkeiten wird es erst nach der Bank, aber vor den Eigenkapitalgebern bedient.
  • Verzinsung: Wegen des höheren Risikos ist Mezzanine-Kapital deutlich teurer verzinst als klassisches Fremdkapital, oft mit zusätzlichen erfolgsabhängigen Komponenten (z. B. Beteiligung am Projektgewinn).
  • Erscheinungsformen: Typische Ausprägungen sind Nachrangdarlehen, stille Beteiligungen, Genussrechte oder Gesellschafterdarlehen mit Rangrücktritt.
  • Funktion in der Projektfinanzierung: Es erhöht die wirtschaftliche Eigenkapitalquote gegenüber der finanzierenden Bank, ohne dass zusätzliches "echtes" Eigenkapital der Gesellschafter eingebracht werden muss – dadurch können Projekte realisiert werden, die sonst an der Eigenkapitalanforderung der Bank scheitern würden.

Praxisrelevanz für Makler: Bei der Vermittlung von Bauträgerprojekten oder größeren Investmentobjekten kann die Finanzierungsstruktur des Projektentwicklers (inklusive Mezzanine-Anteil) Rückschlüsse auf dessen wirtschaftliche Stabilität und das Ausfallrisiko des Projekts zulassen – relevant etwa bei der Einschätzung, ob ein Bauträger sein Vorhaben termingerecht fertigstellen kann.

Beispiel aus der Praxis

Ein Projektentwickler benötigt für den Bau eines Mehrfamilienhauses 10 Millionen Euro. Die Bank finanziert 7 Millionen Euro als vorrangig besichertes Bankdarlehen, 1 Million Euro bringt der Entwickler als Eigenkapital ein, und die verbleibenden 2 Millionen Euro werden über ein nachrangiges Mezzanine-Darlehen eines spezialisierten Kapitalgebers finanziert.

Rechtsgrundlage

Keine spezielle Rechtsgrundlage. Mezzanine-Kapital ist ein wirtschaftlicher Sammelbegriff für verschiedene vertragliche Gestaltungsformen (Nachrangdarlehen, stille Beteiligung, Genussrecht), die jeweils den allgemeinen zivil- und gesellschaftsrechtlichen Vorschriften des BGB bzw. HGB unterliegen.

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