Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude

Auch: QNG · QNG-PLUS · QNG-PREMIUM

Das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) ist ein staatliches Zertifizierungssystem des Bundes, das Neubauten anhand ökologischer, sozialer und ökonomischer Kriterien über ihren gesamten Lebenszyklus bewertet. Es ist Voraussetzung für die Inanspruchnahme bestimmter zinsgünstiger KfW-Förderprogramme für nachhaltigen Neubau.

Ausführliche Erklärung

Das QNG wurde eingeführt, um Bauherren und Käufern eine staatlich anerkannte, vergleichbare Bestätigung von Nachhaltigkeitsqualität zu geben – losgelöst von den zahlreichen privaten Gebäudezertifizierungssystemen (z. B. DGNB), aber kompatibel mit deren Kriterien. Für Makler relevant:

  • Drei Qualitätsstufen: QNG (Basisstufe), QNG-PLUS und QNG-PREMIUM unterscheiden sich im Anspruchsniveau der geprüften Kriterien (u. a. Ökobilanz/CO2-Fußabdruck über den Lebenszyklus, Schadstoffgehalt der Baustoffe, Kreislauffähigkeit, Barrierefreiheit, sommerlicher Wärmeschutz). Je höher die Stufe, desto umfassender die nachgewiesene Nachhaltigkeit.
  • Förderrelevanz: Ein Effizienzhaus 40 ist bereits ohne QNG-Zertifikat für das KfW-Programm 297/298 "Klimafreundlicher Neubau" grundförderfähig. Erst mit zusätzlichem QNG-PLUS- oder QNG-PREMIUM-Zertifikat wird die höhere Förderstufe "Klimafreundliches Wohngebäude – mit QNG" erreicht, die einen höheren Kredithöchstbetrag ermöglicht.
  • Prüfstellen: Die Zertifizierung erfolgt nicht durch die KfW selbst, sondern durch anerkannte, unabhängige Konformitätsprüfstellen, die die Einhaltung der QNG-Kriterien während Planung und Bau kontrollieren und am Ende bestätigen.
  • Bedeutung für Käufer und Anleger: Über die reine Förderfähigkeit hinaus signalisiert ein QNG-Zertifikat auch im Wiederverkauf und bei institutionellen Investoren (Stichwort ESG-Konformität, EU-Taxonomie) eine belastbare Nachhaltigkeitsqualität, was die Vermarktung und Finanzierung erleichtern kann.
  • Praxishinweis: Bauträger, die mit "nachhaltigem Bauen" werben, sollten das QNG-Zertifikat konkret vorlegen können – reine Absichtserklärungen oder der Verweis auf einzelne Ökomaterialien reichen für die Förderfähigkeit nicht aus.

Beispiel aus der Praxis

Ein Bauträger errichtet ein Effizienzhaus 40 und lässt es zusätzlich nach QNG-PLUS zertifizieren. Damit qualifiziert sich das Projekt für die höhere Förderstufe "Klimafreundliches Wohngebäude – mit QNG" im KfW-Programm 297, was Käufern einen zinsgünstigeren Förderkredit mit höherem Kreditbetrag ermöglicht und im Verkaufsprospekt als belastbares Argument angeführt werden kann.

Rechtsgrundlage

  • QNG-Handbuch – definiert die Kriterien, Prüfverfahren und Zertifizierungsstufen des Qualitätssiegels.
  • Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), KfW-Programm 297/298 – ein Effizienzhaus 40 ist bereits ohne QNG grundförderfähig; die höhere Förderstufe "mit QNG" setzt zusätzlich ein QNG-PLUS- oder QNG-PREMIUM-Zertifikat voraus. Die frühere Bezeichnung "Effizienzhaus 40 NH" wird für Neubauten seit der Neuordnung der Neubauförderung im März 2023 nicht mehr verwendet.

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