Holzfaserdämmung
Auch: Holzfaserplatte · Holzfaserdämmstoff · Holzweichfaserplatte
Holzfaserdämmung ist ein Dämmstoff aus zerfaserten Nadelholz-Sägerestholz, der als Platte, Matte oder Einblasmaterial verarbeitet wird. Sie gilt als ökologische Alternative zu Mineralwolle oder Polystyrol und punktet besonders durch ihre hohe Rohdichte mit gutem sommerlichem Wärmeschutz.
Ausführliche Erklärung
Für Makler ist Holzfaserdämmung vor allem bei energetischen Sanierungen und im Neubau von Holz- oder Ökohäusern ein relevantes Verkaufsargument:
- Materialeigenschaften: Wärmeleitfähigkeit meist zwischen 0,038 und 0,050 W/(mK); durch die vergleichsweise hohe Rohdichte (110-270 kg/m³) besitzt Holzfaser eine hohe spezifische Wärmespeicherkapazität, wodurch sommerlicher Hitzeschutz und Schallschutz besser ausfallen als bei leichten Dämmstoffen wie EPS.
- Diffusionsoffenheit: Holzfaserdämmung ist kapillaraktiv und diffusionsoffen, kann also Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben, was sie besonders für Fachwerk- und Altbausanierungen sowie ökologische Holzbauweisen geeignet macht.
- Einsatzbereiche: Aufsparrendämmung im Steildach, Zwischensparrendämmung, Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) mit Holzfaserputzträgerplatten, Innendämmung sowie Trittschalldämmung unter Estrichen.
- Ökobilanz und Grauenergie: Als Nebenprodukt der Sägeindustrie aus nachwachsendem Rohstoff hat Holzfaserdämmung eine deutlich geringere Grauenergiebilanz als petrochemische Dämmstoffe wie EPS oder XPS.
- Zulassung: Wie alle Dämmstoffe benötigt Holzfaserdämmung eine CE-Kennzeichnung nach EU-Bauprodukteverordnung (Produktnorm DIN EN 13171) bzw. eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung für spezielle Anwendungen wie tragende WDVS-Putzträgerplatten.
- Preis: Im Vergleich zu Mineralwolle oder EPS meist teurer, wird aber zunehmend im gehobenen Neubau- und Sanierungssegment sowie bei denkmalgeschützten Objekten nachgefragt.
Beispiel aus der Praxis
Bei der Dachsanierung eines denkmalgeschützten Fachwerkhauses wählt der Bauherr eine Aufsparrendämmung aus Holzfaserplatten, da diese diffusionsoffen ist und im Sommer durch ihre hohe Rohdichte einen deutlich besseren Hitzeschutz unter dem Dach bietet als eine vergleichbar dicke EPS-Dämmung.
Rechtsgrundlage
Keine spezielle Rechtsgrundlage für den Dämmstoff selbst. Holzfaserdämmstoffe benötigen eine CE-Kennzeichnung nach der EU-Bauprodukteverordnung (EU) Nr. 305/2011 in Verbindung mit DIN EN 13171 bzw. eine bauaufsichtliche Zulassung. Die energetischen Mindestanforderungen an das gedämmte Bauteil ergeben sich aus dem Gebäudeenergiegesetz (GEG).