Hanfdämmung

Auch: Hanffaserdämmstoff · Hanfdämmstoff

Hanfdämmung ist ein ökologischer Dämmstoff, der aus den Fasern der Hanfpflanze hergestellt wird. Sie wird meist als Klemmfilz oder Matte zwischen Sparren, in Ständerwänden oder als Einblasdämmung eingesetzt und punktet mit guter Wärmedämmung, hoher Feuchteregulierung und schadstofffreier Herstellung.

Ausführliche Erklärung

Für Makler ist Hanfdämmung vor allem als Argument für ökologisch orientierte Käufer und Bauherren relevant, die Wert auf nachwachsende, gesundheitlich unbedenkliche Baustoffe legen:

  • Materialeigenschaften: Wärmeleitfähigkeit typischerweise zwischen 0,040 und 0,048 W/(mK), also im Bereich klassischer Mineralwolle- oder Glaswolledämmung; zusätzlich diffusionsoffen, feuchtigkeitsregulierend und resistent gegen Schimmelbildung durch natürliche Fungizide der Hanfpflanze.
  • Ökobilanz: Hanf wächst schnell (eine Ernte pro Jahr), bindet CO2 während des Wachstums und benötigt für den Anbau kaum Pestizide – die Grauenergie der Herstellung liegt deutlich unter der von Mineralwolle oder Polystyrol (EPS).
  • Einsatzbereiche: Zwischensparrendämmung im Dachgeschoss, Innendämmung, Holzständerbauweise, Trittschalldämmung; für tragende Außendämmung (WDVS) weniger verbreitet als Holzfaser- oder Mineralwollplatten.
  • Bauaufsichtliche Anforderungen: Wie alle Dämmstoffe benötigt Hanfdämmung eine CE-Kennzeichnung nach EU-Bauprodukteverordnung bzw. eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ), damit sie in Deutschland verbaut werden darf; die GEG-Anforderungen an den U-Wert der Bauteile gelten unabhängig vom gewählten Dämmstoff.
  • Preis- und Marktnische: Hanfdämmung ist in der Regel teurer als konventionelle Dämmstoffe wie Mineralwolle oder EPS, wird aber zunehmend bei Sanierungen denkmalgeschützter oder ökologisch orientierter Objekte nachgefragt.

Beispiel aus der Praxis

Bei der energetischen Sanierung eines Fachwerkhauses entscheidet sich der Eigentümer für eine Zwischensparrendämmung aus Hanffasern, weil das diffusionsoffene Material besser mit der Feuchtigkeitsregulierung der historischen Bausubstanz harmoniert als eine klassische Mineralwolldämmung mit Dampfsperre.

Rechtsgrundlage

Keine spezielle Rechtsgrundlage für den Dämmstoff selbst. Hanfdämmung benötigt wie alle Bauprodukte eine CE-Kennzeichnung nach der EU-Bauprodukteverordnung (EU) Nr. 305/2011 bzw. eine bauaufsichtliche Zulassung. Die energetischen Mindestanforderungen an das Bauteil ergeben sich aus dem Gebäudeenergiegesetz (GEG).

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